Der Westweg 

die Westwegwanderung

das letzte Abenteuer des Schwarzwalds  

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Dieses Gedicht hat mein Freund Bonifaz auf der Tour vom 07. Juli bis zum 18. Juli 2007 auf dem Westweg geschrieben.

Ich meine es ist viel mehr als eine eigene Seite wert.

Damals traf ich mich in Pforzheim mit fremden Leuten und hatte in Basel Freunde!

Michael Schiel

 

 

Westwegimpressionen

 

Ein Spass für Heidi, Rosi, Irmi, Heinz und Michael

von Bonifaz

 

 

Samstag:       In Pforzheim am Bahnhof, da trafen wir ein,

                        wir wollten nach Basel, zu zweit und zu drein,

                        da kam der Michael, der hat uns gelesen die Leviten

                        was wir dürfen und was itten.

                        Er hat uns noch aus einem Buch vorgelesen,

                        als er losging, waren wir zu fünft gewesen.         

 

                        Nach Dobel zur Familie Beck,

                        da war die Heidi leider schon weg:

                        Ihr Zeh machte ihr grossen Kumma,

                        sie konnte laufen numma.

 

Sonntag:         In die Lücke sprang die Irmi rin,

                        eine waschechte, etwas skurrile Saarländerin.

                        In Forbach wurden wir beinahe schon nass,

                        wir hatten im Bahnhof Riesenspass.

 

Montag:          Am dritten Tag verging uns das Lache

                        da ging es erst mal so richtig zur Sache:

                        Steil berauf zur Badener Höh

                        da war der Schwarzwald nimme schee.

                        Wir freuten uns aufs Quartier, das ist doch klar,

                        auch wenn es nur ein Ochsenstall war.

 

Dienstag:        Am nächsten Tag kam es noch schlimmer,

                        das Wetter auf der Hornisgrinde vergessen wir nimmer.

                        Stichpimpuli Bockforzelorum richtete uns auf,

                        dann ging es auf den Ruhestein hinauf.

                        Wir haben geglaubt, das Schlimmste sei überstanden,

                        als wir den Schliffkopf überwanden.

                        Da hat uns ein Hagelsturm traktiert

                        und vor der Alexanderschanze die Ohrwascheln perforiert.

 

Mittwoch:        Am nächsten Tag, man glaubt es nicht,

                        zeigte die Sonne ab und zu ihr Gesicht,

                        zum ersten mal von oben den Glaswaldsee sehn:

                        Der Schwarzwald ist halt doch noch schön!

                        Das Hundskopfsträssle ging´s bergauf und bergnah

                        um halb drei waren wir am Harkhof da.

                        Ein Schwarzwaldhof, wie es ihn nur im Fernsehen tut geben,

                        hier könnten auch die Fallers leben.

 

Donnerstag:   Am nächsten Morgen unverdrossen,

                        die Harkhofs hatten wir ins Herz geschlossen,

                        übern Kreuzsattel sind wir zur Hohenlochenhütte gestampft

                        und haben dabei noch den Restalkohl verdampft.

                        Um halbedrei schon kamen wir in Hausach an,

                        die Ruhetage hatten uns gut getahn.

 

Freitag:          Der Mittelschwarzwald begrüsste uns mit Sonnenschein,

                        wir freuten uns wie kleine Kinderlein.

                        Vier Tage war die Sonne krank,

                        jetzt scheint sie wieder: Gott sei Dank!

                        Den 790 Meter hohen Farrenkopf

                        den packten wir ganz schnell beim Schopf.

                        Über die Prechtaler Schanze ging es zum Karlstein,

                        im Viersternehotel, da kehrten wir ein.

                        Obwohl Ströme von Schweiss über die Gesichter flossen,

                        haben wir jede Aussicht genossen.

                        Wir gingen weiter bis zur Wilhelmshöh:

                        Herrgott, heut war der Schwarzwald steil und schee.

 

Samstag:       Einen Abstecher machten wir zum Blindensee,

                        wir wollten nur mal seh, wie ein blinder See tut seh.

                        An der Martinskapelle taten wir die Bregquelle besuchen

                        und dort das frische Donauwasser versuchen.

                        Über den Brend zum goldenen Raben,

                        da taten wir uns erquicken und laben.

                        Bis zur kalten Herberge, zur letzten Rast,

                        wir marschierten noch weiter ohne Hast.

                        Die Irmi tat einen Unfall bauen,

                        der Michael tat ungläubig schauen:

                        Irmi jetzt bleib erst mal liegen!

                        Sie tat sich den linken Arm verbiegen.

                        Wir gingen noch bis zum Thurnerwirtshaus

                        da war´s mit unseren Kräften fast aus.

                        Die Ärsche hingen fast am Knie

                        nach 30 km waren wir ziemlich hie.

 

Sonntag:        Die Irmi nahm heute ihre Time aus

                        sie musste nach Freiburg ins Krankenhaus.

                        Sie wollte einen Arzt konsultiere

                        und ihren Arm mit dem Röntgenapparat fotografiere.

                        Wir gingen vom Thurner übers Berghäusle zum Titisee,

                        da waren 5000 Leut´, oder noch meh,

                        da war der Schwarzwald gar nicht mehr schee.

                        Am Campingplatz wollten wir einkehren – mitnichten!

                        Der Michael war sauer: er musste auf sein Radler verzichten.

                        Steil bergauf ging´s zum Stein wo man 2 Seen kann sehen,

                        wir mussten noch weiter zum Feldberg gehen.

                        Wir sassen im Jägermatt beim 2. Bier,

                        da rief Irmi an: „Ihr seid nur noch vier,

                        ich muss leider sagen die weitere Tour ab,

                        der Arm ist zwar noch dran und trotzdem dreimal ab.“

 

 

 

Montag:          Am Morgen verabschiedete sich das Fähnlein der aufrechten Vier

                        von der netten Gabi und ihrem Quartier.

                        Wir haben den König des Schwarzwalds bezwungen

                        und manchen inneren Schweinehund niedergerungen.

                        Beim Blick auf den Belchen wurde mir Angst und Bang:

                        Der Tag wird warm und 30 Kilometer lang.

                        Über die St. Willelmer Hütte ging´s runter ins Tal,

                        Bergabgehen wird einem manchmal zur Qual,

                        da hörten wir von hinten einen Notschrei:

Hier machen wir Pause, hier kehren wir ei.

Wir genossen die Aussicht am Wiedener Eck

und zischten schnell noch zwei Halbe weg.

Die Umleitung und der Aufstieg zum Belchen haben uns Alles abverlangt,

wir haben´s geschafft, Gott sei es gedankt!

Spät abends waren wir bei der Oma Zäh:

War der Schwarzwald heut wirklich noch schee?

 

Dienstag:       Am Morgen ging´s gleich den Kreuzweg hinauf,

                        das Kreuz, unsern Rucksack, immer hintendrauf.

                        Am Eggerten wollten wir Schritte sparen

                        und sind ein paar Meter „Zügle gefahren“.

                        Den Hochblauen sind wir hoch marschiert, nicht gekrochen,

                        wir haben schon 240 km in den Knochen.

                        Wir schauten zurück über Berge und Höhn:

                        Herrgott, hab Dank! Dein Schwarzwald ist schön!

                        Am Hexenplatz suchten wir Brunnen und Besen,

                        eine Hexe ist hier nie gewesen,

                        wir konnten nicht reiten, wir mussten wandern

                        über die Sausenburg hinunter nach Kandern.

 

Mittwoch:        Von Kandern gingen wir auf der alten Westwegroute spazieren,

                        wir mussten uns an der gelben Raute orientieren.

                        Im Kreiterhof kehrten wir ei,

                        die Oma machte den Teig für „Zwiebelewei(e)“. *

                        Wir hätten sowieso grade nicht weiter könne,

                        Petrus tat sich einen Regenguss gönne.

                        Der Michael nahm seiner Manuela eine Flasche Gutedel mit,

                        sein Blechglas schepperte bei jedem Schritt.

                        Zur Burgruine Rötteln tat Michael uns lenken,

                        natürlich zum Umtrunk in der Burgschenken.

                        Das Burgfräulein kredenzte uns einen Trunk,

                        wir zahlten und sagten tausendmal Dunk.

                        Und nach dem Mittagessen lag uns Basel zu Füssen,

                        am liebsten tät ich die Rosi jetzt küssen,

                        ich hätte es auch mit dem Michael probiert,

                        aber der war wie ich genauso unrasiert.

                        Über die grüne Grenze marschierten wir ins Nachbarland,

was die mit unserem Geld machen, ist eine Schand!

Am Ufer der Wiese zum Bahnhof von Baden,

den Rucksack mussten wir immer noch selber tragen,

mit stolzgeschwellter Brust, den Blick geradeaus:

Westweg – wir haben fertig – wir fahren nach Haus!

 

*) Zwiebeleweie ist ein badisches Dünnerle oder ein Elsässer Flammkuchen mit Zwiebeln belegt

 

 

Epilog

oder Lobgesänge

  

Lieber Michael! laß Dir sage,

wir hatten selten was über Dich zu klage.

Du führtest uns mit sicherer Hand

durch das schöne Badner Land.

Du sagtest uns, wo wir könne Wasser fasse

und wo wir´s am Besten bleiben lasse.

Du zeigtest uns durchs Nebelmeer,

wo was wär, wenn kein Nebel da wär.

Du brachtest uns am Abend zu Bett,

du warst als Wanderführer einfach nett:

Du warst ein echter Ketterer,

denn Ketterer sind netterer.

 

Wir wünschen Dir noch viel schöne Stund,

vor allem aber, dass Deine Familie werde und bleib gesund!!

Dass Du mit Deiner Manuela bald kannst auf´m Chopper losbrause

und mit ihr kannst den Westweg langsause !!

 

Und nun zu Euch, ihr Alle miteinand:

12 Tage waren wir jetzt beinand.

Wir sind marschiert, haben den Rucksack getragen,

manchmal war´s leicht, manchmal mussten wir uns plagen.

Wir sind jeden Abend zusammengesessen,

haben getrunken, gelacht und gut gegessen.

Mit einer Träne im Auge sag ich Tschüss und Ade:

Mit Euch war der Schwarzwald zwölf Tag lang schee !!

 

Bonifaz Seitz