Der Westweg 

die Westwegwanderung

das letzte Abenteuer des Schwarzwalds  

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Eine kleiner Einblick in Erlebnisse unserer Westwegwanderungen

siehe hierzu auch "bisherige Touren"

Das Echo

1. Tour, 8. Wandertag, Samstag, 14.September 2002

Es war meine erste Westwegwanderung. Günter und ich kamen an einem verträumten Morgen aus einem Mischwald auf eine offene Weidefläche. Das Gras war feucht, wunderschöne durch den Tau weiß eingefärbte Spinnweben waren zwischen den Büschen seitlich des Weges zu sehen,  als ich (ich glaube das einzige Mal während der ganzen Tour) niesen mußte.

Plötzlich hörten wir noch mehrere Leute, die auch niesen mußten. Wir blieben stehen und schauten uns an, bis endlich einer von uns beiden auf die Idee kam "Hallo" zu rufen.

Dieses "Hallo" kam gleich sechs mal zurück und wir freuten uns wie Kinder.

Wir blieben eine ganze Weile stehen und kosteten das Echo mit allen uns bekannten "Echosprüchen" aus, bevor wir weitergingen.

Dieses Echo ist das schönste und deutlichste, das ich jemals gehört habe und alle meine Mitwanderer freuen sich jedes Mal daran, egal welches Wetter herrscht.

 

Das Gewitter

2. Tour, 4. Wandertag, Dienstag, 03. Juni 2003

Wir waren in einer wunderbaren Wandertruppe von sechs Mann unterwegs. Da Dienstags die Darmstätter Hütte Ruhetag hat, kamen wir kurz nach Mittag mit einem mächtigen Durst an der Bergstation des Ruhestein-Liftes an. Das Wetter war wunderschön warm und keine Wolke am Himmel. Wir ließen uns mit dem Lift von der Talstation ein paar "Tannenzäpfle" kommen und genossen den wunderschönen Schwarzwald, als innerhalb weniger Minuten über den Leinkopf von Osten her eine Gewitterwolke herannahte. Die Wolke ließ nur wenig Regen ab und war ebenso schnell verschwunden, wie sie kam.

Kurz vor der Talstation des Ruhestein wurden wir dann richtig geduscht, konnten uns aber nach ca. 200 Meter Weg ebendort unterstellen. Wir warteten ca. eine Stunde ab bis die Einheimischen uns versicherten, das Gewitter sein nun endgültig vorbei, der Himmel war wieder vollkommen blau.

Wir machten uns weiter an den Anstieg zum Schliffkopf. Auf dessen Hochebene angekommen, überraschte uns ein von Süden her kommendes Gewitter. Unterstellmöglichkeiten gab es keine, Umkehren machte keinen Sinn, da der Ruhestein viel zu weit hinter uns war, hinlegen bzw. knien nützte nichts, da das ganze Gelände ca. 20 cm unter Wasser stand. Also marschierten wir weiter bis am Ende des Schliffkopfes auch das Gewitter nachließ. Wir sahen nicht nur die Blitze einschlagen, sondern rochen auch den Brandgeruch und hörten das verdampfende Wasser zischen.

Wir waren heilfroh durch dieses Wetter durch zu sein und hatten zwei Tage zu tun, unsere völlig durchnässte Kleidung wieder trocken zu bekommen. Laut mehrerer eingeholter Expertenmeinungen hatte wir keine Chance diesem Gewitter zu entgehen. 

    nach dem Gewitter

 

Die schwarzen Kreuzottern

3. Tour, 4. Wandertag, Donnerstag, 29. April 2004

Wir waren kurz nach Mittag bei wunderschönem warmen Wetter zwischen Darmstätter Hütte und Ruhestein unterwegs. Kurz zuvor rasteten wir in der genannten Hütte, wo ich meinen Kameraden erzählte, daß erst kürzlich ein Artikel in unserer Heimatzeitung erschienen war, der von äußerst seltenen schwarzen Kreuzottern handelte, welche beim "Schliffkopf" zu sehen sein sollten. Ich wies darauf hin am Nachmittag  besonders aufmerksam zu sein, um diese dort vielleicht sehen zu können.

Wir waren noch keinen Kilometer von der Darmstätter Hütte in Höhe des Seekopfes unterwegs als sich tatsächlich auf einem Buntsandstein am rechten Wegrand eine daumendicke schwarze Kreuzotter sonnte. Bei unserem Herannahen machte sie sich ins Gebüsch davon. Auf dem Schliffkopf entdeckten wir dann keine solch seltene Schlange mehr.

7. Tour, 2. Wandertag, Sonntag, 06. Mai 2007

Am Nachmittag legten wir bei herrlichem Sonnenschein an der Hütte am Draberg oberhalb von Langenbrand eine Rast ein. Als wir uns auf den steilen Abstieg Richtung Latschigfelsen vorbereiteten, sonnte sich direkt auf dem Westweg auf einem Stein unweit der Hütte eine daumendicke schwarze Kreuzotter. Die seltene Schlange hatte es gar nicht eilig vor uns zu flüchten, sondern machte sich, nachdem wir sie alle begutachtet hatten, ganz gemütlich ins angrenzende Wiesengelände davon.

 

10. Tour, 9. Wandertag, Sonntag, 23. September 2007

Zwischen dem Zweiseenblick und dem Feldberger Hof waren wir am Spätnachmittag in Höhe der Hockkopfhütte unterwegs, als plötzlich Edwin in seinem Hessisch verlauten ließ: "ei was is dass denn?". Edwin war beinahe auf eine kleinfingerdicke, noch junge schwarze Kreuzotter getreten. Die kleine Schlange fühlte sich bedroht und befand sich in der für Schlangen so typischen Angriffsstellung und fauchte uns an. Man hatte den Eindruck als wollte sie gleich mit dem Kopf vorschnellen und zubeißen.

Die Schlange hatte auch meinen Rehpinscher Coerby neugierig gemacht und ich hatte einige Mühe ihn fernzuhalten.

Wir machten einen Bogen um das wunderschöne Tier, das sich dann auch bald wieder entspannen konnte und neben dem Weg verschwand. 

 

Der schwarze Frosch

3. Tour, 5. Wandertag, Freitag, 30. April 2004

Gegen Mittag kamen wir zwischen Hildahütte und Lettstädter Höhe durch einen Bannwald, der mit seinem umgefallenen Bäumen und senkrecht nach oben stehenden Wurzeltellern einen gespenstischen Eindruck auf uns machte. Günter entdeckte plötzlich einen schwarzen Frosch. Wir betrachteten ganz interessiert das wohl ganz seltene Tier und fotografierten es.

Nach einigen Minuten stellten wir fest, daß der Frosch längst tot und ausgetrocknet war, wodurch seine seltsame schwarze Farbe wohl stammen dürfte.

So hat uns dieser kleine Kerl lange nach seinem Tod noch genarrt. Mit einem Schmunzeln erzählen wir immer wieder die Geschichte von unserem schwarzen Frosch.

                                                     der schwarze Frosch  

 

Der Zitterabend

Ostroute, Freitag, 03. Oktober 2003

Nachdem wir zu dritt nahezu den ganzen Tag im Regen gewandert waren, kamen wir gegen Abend glücklich im Naturfreundehaus Schwellen an, wo wir Quartier machten.

Im Saal war eine große Menge Leute mit dem Abendessen beschäftigt. Wir dachten, daß es sich um eine Reisegesellschaft handelt, jedenfalls war aber klar, daß es eine geschlossene Gesellschaft war. Da die Plätze der Wirtsstube ziemlich belegt waren, fragten wir nach, ob wir uns zu der Gesellschaft setzen dürften. Wir bekamen Plätze an einem noch freien Tisch im hinteren Bereich. 

Als die Gesellschaft mit dem Essen fertig war, holten einige Männer und Frauen ihre Instrumente heraus und fingen an zu spielen und zu singen. Es stellte sich heraus, daß es sich um einen "Zitterverein" aus der näheren Umgebung handelte.

Die Mitglieder des Vereins unterhielten uns mit ihrer Musik bis in die Nacht, so daß wir uns auf diesem Weg nochmals recht herzlich für den wunderbaren Abend, der für uns sicher einmalig war, bedanken möchten. Leider haben wir uns nicht gemerkt um welchen Verein es sich handelte. Hoffentlich kommt unser Dank trotzdem an.

 

Der Schneesturm

3. Tour, 10. Wandertag, Mittwoch, 05. Mai 2004

Am Morgen gegen 09.00 Uhr machten wir uns zu dritt vom Feldberger Hof auf in Richtung Seebuck. Am Feldberger Hof regnete es, der Seebuck und der Feldberg waren wolkenverhangen. 

Als wir wenige Höhenmeter hinter uns hatten, schlug der Regen plötzlich in Schnee um. Der Wind wurde immer stärker und wurde mit zunehmender Höhe zu einem Sturm, der uns den Schnee nicht nur ins Gesicht peitschte. Große Strecken war der Weg zugeschneit und nicht mehr erkennbar, teilweise mußten wir über die noch bestehende Abfahrtspiste marschieren. Zwischen Seebuck und Feldberggipfel war kein Weg mehr erkennbar und wir kämpften uns durch den Neuschnee gegen den Sturm, der uns entgegenblies. Wir waren heilfroh, daß die St. Wilhelmer Hütte geöffnet hatte und wir uns aufwärmen konnten. 

Für die wenigen Kilometer bis zum Gasthaus Stübenwasen brauchten wir knapp zwei Stunden, weil wir immer wieder bis zu den Knien im Schnee versanken.

    

Schneesturm auf dem Seebuck

Da wir am 5. Oktober 2003 mit der gleichen Truppe am Feldberger Hof den ersten Schnee erlebten, waren wir ziemlich sicher, daß wir in diesem Winter den ersten und den letzten Schnee am Feldberg abbekamen, jedoch schneite es in der folgenden Woche dort noch einmal.

 

Das Wespennest

4. Tour, 7. Wandertag, Donnerstag, 05. August 2004

Nachdem mein Sohn Markus und ich mit unserm Hund Coerby am Morgen in Bärental gestartet waren, kamen wir nach 21.00 Uhr in der Hütte an der Krinne (ca. 2 km vor dem Belchengipfel) an. Wir hatten beschlossen in der nach vorne offenen Hütte, vor der auch noch ein Brunnen steht, zu nächtigen.

Wir setzten uns links und recht auf die U-förmige Bank in der Hütte und wollten vespern, als plötzlich eine Wespe um uns kreiste, die uns recht wenig störte. Doch innerhalb kurzer Zeit waren es zwei, drei, vier..., noch mehr und dann ganz ganz viele Wespen, die uns umschwirrten und, so hatten wir das Gefühl, auch attackierten. Das Wespennest befand sich in einem Baumstammstück, das die hintere Bank in der Mitte unterbaute. Uns blieb nur die Flucht nach draußen, wo wir neben der Hütte zu Ende aßen. 

Erst nach 22.00 Uhr trauten wir uns in die Hütte zurück und richteten ganz behutsam unsere Nachtlager mit dem Vorsatz mit den Wespen Frieden zu schließen.

Die ganze Nacht waren einzelne Wespen in der Hütte unterwegs, wir hatten den Eindruck, daß sie auf Streife waren,  um den Friedenspakt  zu überwachen. 

Gegen 05.30 Uhr ging ein heftiges Gewitter hernieder, das mit den anschließenden starken Regenfällen bis nach neun Uhr andauerte. Da ab 05.45 Uhr die Wespen wieder fleißig flogen, blieb uns nichts anderes übrig, als uns die vielen Stunden ganz ruhig in unseren Schlafsäcken zu verhalten bis wir bei nachlassendem Regen gegen 09.30 Uhr, nach unserer Morgentoilette, unseren Weg fortsetzen konnten.

 

Das Pferd

4. Tour, 8. Wandertag, Freitag, 06.August 2004

Am Spätnachmittag befanden mein Sohn Markus und ich uns auf dem Weg vom Belchen in Richtung Kandern. Kurz vor der Hütte am Hexenplatz gleicht der Westweg einem Pfad neben dem links das Gelände ansteigt und rechts abfällt. 

Genau auf diesem schmalen Pfad stand plötzlich ein ausgewachsenes Pferd, das mit zwei Seilen links und rechts an Bäume angebunden war. Das Pferd, das durch die Seile nicht ausweichen konnte, stand mit Blickrichtung zu uns und ließ uns kaum Raum vorbeizukommen. Ein dazugehörender Reiter war nicht zu sehen.

Nach kurzer Problemerörterung beschlossen wir uns bergwärts an dem mächtigen Tier vorbeizuzwängen, ohne zu wissen, wie dieses reagieren würde.

Nach einem kurzen freundlichen Gespräch mit dem Tier, das ziemlich einseitig verlief, zwängte zunächst ich mich, dann mein Sohn Markus sich, beide mit unseren großen Rucksäcken bepackt (nicht ganz ohne Angst, wie das Pferd reagieren würde), an diesem vorbei in Richtung Hütte. Unser Rehpinscher machte einen großen Bogen durch den Wald um die Engstelle herum.

Das Pferd blieb brav stehen und ließ uns passieren. 

Wir waren heilfroh vorbei zu sein, als plötzlich ein großer Hund aus der Hütte gerannt kam und laut bellend auf unseren Rehpinscher Coerby losging. Es gelang mir kaum, die beiden Hunde auseinander zu halten, als ein Ruf der Pferde- und Hundehalterin, die inzwischen aus der Hütte gekommen war, die Situation entschärfte.

Die junge Dame war mit ihren beiden Tieren auf dem Westweg in der Gegenrichtung unterwegs und wollte in der Hütte nächtigen. Nach einer netten Unterhaltung setzten wir unseren Weg in Richtung Kandern fort.

 

Die Zwillinge

5. Tour, 1. Wandertag, Samstag, 07.Mai 2005

Gegen 18.00 Uhr verließ ich mit meinem Freund Coerby das Gasthaus "Schützenhaus" in Connweiler-Schwann nach einer Einkehr. Nachdem es den ganzen Tag in Strömen geregnet hatte, genossen wir den regenfreien Augenblick, als zwei nette junge Damen entgegenkamen. Die beiden sahen genau gleich aus und hatten auch die gleichen Kleider an. Wir kamen ins Gespräch und die beiden stellten sich als Antje und Elke vor. Die Zwillinge waren auf ihrem abendlichen Spaziergang und wollten eigentlich in die andere Richtung weitergehen.

Sie beschlossen dann die Richtung zu wechseln und begleiteten uns bis zur Schwanner Warte. Es war eine sehr schöne und abwechslungsreiche Unterhaltung, bei der ich den Eindruck hatte, daß die beiden nicht nur gleich aussahen, sondern auch das Gleiche dachten, denn nicht selten begann eine von ihnen einen Satz, den die andere dann plötzlich übernahm und zu Ende sprach.

Etwa hundert Meter vor der Schwanner Warte brach plötzlich ein Gewitter über uns herein, das von einem mächtigen Hagel begleitet war. Die Hagelkörner waren so groß, daß ich Angst hatte, daß sie meinen Rehpinscher Coerby verletzten könnten, weshalb ich ihn unter meine Jacke nahm und bis zur Warte trug.

Wir waren nun gezwungen, uns eine ganze Weile vor dem Hagelgewitter unterzustellen, bevor ich meinen Weg in Richtung Dobel und die überaus reizenden Zwillinge ihren Weg zurück nach Schwann fortsetzen konnten. 

Auf diesem Weg möchte ich Antje und Elke nochmals grüßen und mich für die nette Wegbegleitung und anregende Unterhaltung bedanken.

Das Hagel-Gewitter an der Schwanner Warte

 

Albert d´Kuh blärrt!

6. Tour, 5. Wandertag, Mittwoch, 27. September 2006

Wir waren kurz vor dem Harkhof unterwegs. Im Wald trafen wir einen ca. 50-jährigen  Mann, der damit beschäftigt war Knüppelholz zu säubern. Nicht weit davon waren  mächtige Tannen- und Fichtenstämme gefällt und für den Abtransport vorbereitet. Diese waren am Wegrand aufgeschichtet und gehörten ebenfalls dem Mann.

Wir unterhielten uns einige Zeit mit dem Waldbesitzer über das "Holzmachen" und er erklärte uns wie man auf ganz einfache Art erkennen kann, ob ein Nadelbaum krank oder gesund ist. Wir sagen dem Mann, der Albert heißt, dass wir im Harkhof nächtigen wollten und ich lud ihn auf ein Bier dorthin ein.

Am Abend kam dann Albert noch in Schaffklamotten und mit harzigen Fingern zu uns in den Harkhof. Er erzählte uns viel über das Los eines Hof- und Waldbesitzers im mittleren Schwarzwald. Es stellte sich heraus, dass Albert seinerzeit der jüngste Hofbesitzer Deutschlands war. Albert übernahm den Hof von seinem verstorbenen Vater im Alter von 16 Jahren mit vielen Schulden und hat sich bis heute durchgeschlagen.

 Die Gaststätte des Harkhof war gut besucht, am Nachbartisch saßen ein paar Engländer, als Albert auf einmal aufstand und in stolzer aufrechter Haltung mit dem Bierglas in der Hand brüllte: "Albert d´Kuh blärrt!,    was hat  `se blärrt?,    Albert!!!" Nachdem wir ausgiebig gelacht hatten, verließ uns Albert dann gegen 22.30 Uhr mit seinem alten MB-Truck.

Etwas traurig stimmte mich dann, dass ich bei einer anschließenden Unterhaltung  hören musste, dass es um den Hof von Albert nicht so gut bestellt sei  und dass seine Tochter wegen den monatlichen Kosten der Busfahrkarte nicht das Gymnasium besuchen könne.